Linz: „Grüne Lunge“ wird nicht versilbert

Auch wenn Linz die Finanznot plagt, denkt die Stadt nicht daran, einen ganz besonderen Teil ihrer Grundstückreserven zu versilbern: Grünland und Wald im Besitz der Stadt sollen auch weiterhin als „grüne Lunge“ erhalten bleiben.

96 Quadratkilometer groß ist die Landeshauptstadt. Wem dabei aber nur dicht verbaute Wohn- und Betriebsgebiete einfallen, der irrt. Denn fast die Hälfte dieser Fläche, genaugenommen 47 Prozent, besteht aus Grünland und Wald. Vieles davon im Privatbesitz, 20 Prozent allerdings gehören der Stadt: Vor allem große Waldgebiete im Norden und Süden, darunter auch 80 Prozent des Naturschutzgebietes Traunauen, sowie über 100 Parkanlagen von unterschiedlichster Größe.

„Grüner Schatz“ ist 250 Millionen Euro wert

Alle Gebiete sind öffentlich zugänglich und damit ein „Grüner Schatz“, für die Bewohner der Stadt, sagt der für die Liegenschaften zuständige Vizebürgermeister Christian Forsterleitner (SPÖ). Diesen Schatz, der in den vergangenen 20 Jahren kräftig erweitert wurde und einen Wert von rund 250 Millionen Euro repräsentiert angesichts der Finanznöte zu versilbern, kommt für Forsterleitner aber nicht in Frage.

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Henry Steinbock

„Wald für kommende Generationen erhalten“

Forsterleitner sagte gegenüber dem ORF Oberösterreich: „Wir verstehen natürlich, dass sich Betriebe auch im Stadtgebiet ansiedeln wollen. Wir wollen auch eine starke Industrie haben, aber wir versuchen das dort zu konzentrieren, wo jetzt schon Wirtschaft und Industrie ist. Wir reden hier vor allem vom Gebiet des Hafens, und rund um das Industriegebiet in der Stadt gibt es noch Flächen. Aber Wald muss Wald bleiben, und den werden wir auch in Zukunft für die kommenden Generationen erhalten.“

„Viele Einzelgrundstücke bringen nichts“

Anders sieht es mit Wald und Grünland aus, das Linz außerhalb des Stadtgebietes besitzt. Hier gebe es zum Teil Verhandlungen mit den Anrainergemeinden, ob die nicht an einem Kauf interessiert wären. Doch hier geht es laut Forsterleitner nur um 67 Hektar Wald und 71 Hektar Grünland, die in Form von vielen Einzelgrundstücken nichts bringen, sondern deren Bewirtschaftung im Gegenteil sogar noch Kosten verursache.