Kampf gegen Abschiebung in Altmünster

Gegen die drohende Abschiebung einer armenischen Christin kämpfen Menschenrechtsaktivisten in Altmünster. Die Frau lebt seit drei Jahren im Ort und sei gut integriert. Die Behörde argumentiert: Die Dokumente der Frau seien gefälscht.

Viele sind am Montag zu einer Pressekonferenz der christlichen Plattform „Altmünster für Menschen“ gekommen, um der Abschiebung der Armenierin den Kampf anzusagen. Die Frau flüchtete aus Armenien, weil sie politisch verfolgt und gefoltert wurde. Seit drei Jahren ist die unbescholtene Frau als ausgebildete Pädagogin ehrenamtlich im Kindergarten von Altmünster tätig und gut im Ort integriert. Die vorgeschriebenen Deutschkenntnisse hat sie erworben, ihre Tochter ist in Salzburg verheiratet.

Abschiebung soll diese Woche vollstreckt werden

Die Fremdenbehörde und die zuständige Richterin sehen dennoch keinen Anlass für ein Bleiberecht. Der Asylantrag wurde abgelehnt. Begründung: die vorgelegten Dokumente der Armenierin seien nicht echt bzw. ausreichend. Die Abschiebung soll diese Woche vollstreckt werden.

Elisabeth Feichtinger, die Bürgermeisterin von Altmünster, sagte am Montag: „Sie ist sehr engagiert in der Gemeinde. Für mich ist das schon ein großer Schicksalsschlag, dass sich das jetzt so zugespitzt hat.“ Franz Benezeder, Pfarrer in Altmünster, sagte: „Sie gehört zu uns, und wir wollen, dass sie bei uns bleibt. Ich bin sehr betroffen, wie in diesen Asylverfahren mit den Leuten umgegangen wird.“

Anzeige gegen die Fremdenbehörde

Die Plattform und der Rechtsvertreter der Asylwerberin wollen bis zuletzt alles gegen die Abschiebung tun. So wurde auch eine Anzeige gegen die Fremdenbehörde wegen Amtsmissbrauchs erstattet. Almut Etz von der Plattform "Altmünster für Menschen“ sagte: „Von den Behörden fühlen wir uns nicht ernst genommen. Uns wird unterstellt, dass wir nicht ehrlich sind.“ Der Pfarrer überlegt notfalls auch Kirchenasyl zu gewähren, das die Armenische Christin bis auf weiteres vor staatlichem Zugriff schützen soll.