Stichwahlen: Linz bleibt rot, Wels wird blau

In 44 Gemeinden sind am Sonntag die Bürgermeister in einer zweiten Runde gewählt worden. In Linz wurde Klaus Luger (SPÖ) als Bürgermeister bestätigt, in Wels heißt das neue Stadtoberhaupt Andreas Rabl (FPÖ). Die jüngste Ortschefin bekommt Altmünster.

Erstmals musste auch in Linz ein amtierendes Stadtoberhaupt in die zweite Runde und gewann die Stichwahl, obwohl nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten. Luger erhielt 60,98 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen, Herausforderer Bernhard Baier (ÖVP) 39,02 Prozent.

„Es ist eine Last weggefallen“, kommentierte Luger diesen Stand. Als Erstes gelte es, die Ressorts neu zu verteilen, sagte Luger im Gespräch mit ORF-Redakteur Günther Hartl zur vordringlichen Aufgabe. Es gehe ihm darum, das Budget weiterhin zu konsolidieren und darum, dass Linz eine weltoffene „Stadt der Vielfalt und des sozialen Zusammenhalts“ bleibe. Trotz aller Heftigkeiten im Wahlkampf, stehe er für eine Zusammenarbeit, so Luger.

Luger zur Wahl

Wels: Sieg für FPÖ

In der zweitgrößten Stadt Wels ist der Wechsel von Rot auf Blau vollzogen. 62,97 Prozent lautete das klare Endergebnis für Rabl, Hermann Wimmer (SPÖ) bekam 37,03 Prozent der Wählerstimmen am Stichwahlsonntag.

Auf die Frage, ob der 11. Oktober ein historischer Tag für die FPÖ oder für ihn persönlich sei, sagte der neue Bürgermeister von Wels: „Ich glaub, beides“. Die Welser FPÖ habe geschafft, was noch in keiner Statutarstadt gelungen sei. Damit habe die FPÖ eine große Verantwortung übertragen bekommen, „jetzt heißt’s Ärmel hochkrempeln und arbeiten für Wels“.

Rabl zur Wahl

Der 42-jährige Rabl, schon bisher Stadtrat für Wohnbau, will ab Dienstag erste Koalitionsgespräche mit der ÖVP und der SPÖ führen. Ein freies Spiel der Kräfte, wie das die SPÖ in der vorangegangenen Legislaturperiode praktiziert habe, strebe er nicht an. Die FPÖ hat im Stadtsenat vier Sitze, drei die SPÖ und einen die ÖVP. Der studierte Jurist will in einer Koalition regieren, denn zu jedem Sachthema sich die Mehrheiten zu suchen binde „zu viel Energie und Kraft“. Derartige „Fleckerlteppiche“ wolle er nicht, für ein stabile Mehrheit sei eine Koalition Voraussetzung.

Die Endergebnisse der Stichwahlgemeinden:

Bezirk Braunau am Inn:

  • Altheim: Franz Weinberger (ÖVP), 66,74 Prozent
  • Jeging: Christoph Michael Weitgasser (ÖVP), 55,04 Prozent
  • Mattighofen: Friedrich Schwarzenhofer (SPÖ), 51,91 Prozent
  • Mauerkirchen: Horst Gerner (SPÖ), 61,56%
  • Polling im Innkreis: Bernhard Reiter-Stranzinger (ÖVP), 51 Prozent
  • Weng im Innkreis: Josef Moser (ÖVP), 57 Prozent

Bezirk Eferding:

  • Stroheim: Rudolf Gammer (ÖVP), 51,28 Prozent

Bezirk Freistadt:

  • Lasberg: Josef Brandstätter (ÖVP), 55,13 Prozent

Bezirk Gmunden:

  • Altmünster: Elisabeth Feichtinger (SPÖ) 60,21 Prozent
  • Laakirchen: Fritz Feichtinger (SPÖ), 57,22 Prozent
  • Pinsdorf: Dieter Ernst Helms (SPÖ), 52,47 Prozent

Bezirk Grieskirchen:

  • Geboltskirchen: Friedrich Kirchsteiger (SPÖ), 57,74 Prozent
  • Pram: Katharina Zauner (ÖVP), 60,06 Prozent
  • Rottenbach: Alois Heinrich Stadlmayr (ÖVP), 72,83 Prozent
  • Taufkirchen an der Trattnach: Gerhard Schaur (ÖVP), 51,18 Prozent

Bezirk Kirchdorf an der Krems

  • Molln: Friedrich Reinisch (ÖVP), 55,70 Prozent
  • Schlierbach: Katharina Seebacher (ÖVP), 62,7 Prozent
  • Windischgarsten: Norbert Vögerl (ÖVP), 55,46 Prozent

Bezirk Linz-Land:

  • Ansfelden: Manfred Baumberger (SPÖ) 57,67 Prozent
  • Enns: Franz Stefan Karlinger (SPÖ), 59,40 Prozent
  • Leonding: Walter Brunner (SPÖ), 64,81 Prozent
  • Pasching: Peter Erwin Mair (SPÖ), 51,82 Prozent
  • Pucking: Robert Aflenzer (ÖVP), 62,73 Prozent
  • Traun: Rudolf Scharinger (SPÖ), 66,74 Prozent

Bezirk Perg:

  • Mauthausen: Thomas Punkenhofer (SPÖ), 59,65 Prozent
  • Naarn im Machlande: Martin Gaisberger (ÖVP), 55,82 Prozent
  • Saxen: Erwin Neubauer (SPÖ), 54,84 Prozent

Bezirk Ried im Innkreis:

  • St. Martin im Innkreis: Hans Peter Hochhold (ÖVP), 53,67 Prozent

Bezirk Schärding:

  • Raab: Josef Heinzl (FPÖ) 55,67 Prozent
  • Riedau: Franz Schabetsberger (SPÖ), 54,55 Prozent
  • Schärding: Franz Xaver Angerer (ÖVP), 54,57 Prozent

Bezirk Steyr-Land:

  • Weyer an der Enns: Gerhard Klaffner (SPÖ), 59,2 Prozent

Bezirk Urfahr-Umgebung:

  • Ottensheim: Franz Füreder (ÖVP), 51,01 Prozent
  • Walding: Johann Plakolm (ÖVP), 54,16 Prozent

Bezirk Vöcklabruck:

  • Aurach am Hongar: Staufer Josef (ÖVP), 52,20 Prozent
  • Mondsee: Karl Feurhuber (ÖVP), 62,10 Prozent
  • Ottnang am Hausruck: Friedrich Neuhofer (ÖVP), 58,7 Prozent
  • Timelkam: Johann Kirchberger (SPÖ), 51,12 Prozent

Bezirk Wels-Land:

  • Buchkirchen: Regina Rieder (ÖVP) 58,89 Prozent
  • Lambach: Klaus Hubmayer (SPÖ), 63,59 Prozent
  • Stadl Paura: Christian Popp (FPÖ), 59,01 Prozent
  • Weißkirchen an der Traun: Norbert Höpoltseder (SPÖ), 53,52 Prozent
28jährige Elisabeth Feichtinger (SP) gewann die Stichwahl in Altmünster

Wolfgang Spitzbart

Elisabeth Feichtinger (SPÖ)

Feichtinger jüngste Bürgermeisterin

Die jüngste Bürgermeisterin in Oberösterreich bekam, soweit am Wahlabend bekannt, Altmünster (Bezirk Gmunden). Die 28-jährige Elisabeth Feichtinger (SPÖ) löste mit über 60 Prozent der Stimmen Langzeitbürgermeister Hannes Schobesberger (ÖVP) ab.

In einigen Gemeinden gab es durchaus Überraschendes: In Stadl-Paura gewann Christian Popp (FPÖ) mit 59 Prozent der Stimmen das Rennen und schlug damit den bisherigen SPÖ-Bürgermeister, Alfred Meisinger. Weniger Erfolg hatte sein Parteikollege, der künftige freiheitliche Klubobmann, Herwig Mahr in Traun. Er konnte sich nicht gegen SPÖ-Bürgermeister Rudolf Scharinger durchsetzen. Scharinger erhielt 66,7 Prozent der Stimmen.

Altheim: Weinberger bleibt

Für viele auch überraschend ist das Ergebnis aus Ottensheim. Dort wurde Bürgermeisterin Maria Böker abgewählt - sie kandidiert für eine eigene Liste und wird als zukünftige Landtagsabgeordnete der Grünen gehandelt. Bürgermeister von Ottensheim wird ÖVP-Kandidat Franz Füreder - er gewann mit 51 Prozent. In Altheim musste der langjährige ÖVP-Landtagsabgeordnete Franz Weinberger gegen Kandidaten von der FPÖ in die Stichwahl gehen. Im zweiten Wahlgang erreichte Weinberger 66,8 Prozent der Stimmen und bleibt Bürgermeister von Altheim.

In Mattighofen (Bezirk Braunau am Inn) war die Stichwahl besonders spannend. Dort musste SPÖ-Bürgermeister Friedrich Schwarzhofer gegen seine frühere Parteikollegin und mittlerweile Kandidatin einer Bürgerliste, Sonja Löffler, antreten. Schwarzhofer wurde heute mit 51,9 Prozent knapp bestätigt. Schärding wurde viele Jahre von SPÖ-Bürgermeistern regiert. Vor wenigen Jahren gab es einen Wechsel zu Franz Xaver Angerer (ÖVP), der sich auch heute in der Stichwahl wieder durchsetzen konnte.

Mondsee bleibt schwarz

In Mondsee hat der ÖVP-Bürgermeister Karl Feurhuber im ersten Wahlgang ganz knapp - nur um zwei Stimmen - die absolute Mehrheit nicht geschafft. In der Stichwahl erhielt er 62 Prozent der Stimmen und bleibt im Amt.

In Gemeinden um Linz bleibt alles beim Alten

In Ansfelden bleibt Manfred Baumberger von der SPÖ Bürgermeister. Er erhielt bei der Stichwahl 57,7 Prozent der Stimmen. In Leonding konnte SPÖ-Bürgermeister Walter Brunner sein Amt verteidigen, und auch in Pasching bleibt der Bürgermeister. Peter Mayr von der SPÖ schaffte es, wenn auch nur knapp, mit 51,9 Prozent seinen Herausforderer zu schlagen. In Enns war Franz Karlinger von der SPÖ seit 1997 Bürgermeister und wird es auch in Zukunft bleiben. Mit zwei Dritteln der Stimmen ließ er den Kandidaten der ÖVP hinter sich. Spät, aber doch kam auch das Ergebnis aus Enns.

Zwei Gemeinden noch ausständig

Zwei sogenannte „engere Wahlen“ zum Bürgermeister gibt es nach dieser Landtags- und Gemeinderatswahl in Oberösterreich noch: Eferding wählt am 18. Oktober, St. Georgen am Walde (Bezirk Perg) am 25. Oktober.