Wintersportler unterschätzen Lawinengefahr

Viele Wintersportler unterschätzen die Lawinengefahr. Das belegt eine Studie der Universität Linz und der Wiener Universität für Bodenkultur. Vier von zehn Skifahrern und Tourengehern beurteilen demnach das Risiko falsch.

In der mittels Onlinebefragung durchgeführten Studie wurden den 1.466 Teilnehmern Informationen über die Hangneigung, über das Wetter und über die Lawinenwarnstufe gegeben und ob ein Hang oft oder selten befahren wird. Illustriert wurden die Beispiele mit aufwendigen Videoanimationen.

Bewertung der Gefahrenlage

Die Befragten mussten die Gefahrenlage bewerten. Ihre Antworten wurden dann mit verschiedenen offiziellen Lawinenwarnmethoden verglichen. Dazu zählen etwa „Stop or Go“ und die Reduktionsmethode.

Abgang einer Lawine

ORF

Viele Befragte würden auch noch extrem gefährliche Hänge befahren

Das Ergebnis war laut Studienautoren überraschend. Wo die Warnmethoden längst Alarm schlugen, gingen bis zu 40 Prozent der Teilnehmer von einer sicheren Situation aus. Viele würden also auch noch extrem gefährliche Hänge befahren. Besonders bei Hangneigungen von 40 Grad und mehr, nassem Schnee sowie Lawinenwarnstufe vier wichen die subjektiven Beurteilungen der Testpersonen sehr deutlich von den objektiven Warnsystemen ab.

Frauen und Ältere weniger risikobereit

Die knapp 1.500 Befragten wurden auch nach ihrer Risikobereitschaft gefragt. Frauen und ältere Personen sind demnach eher risikoscheu, erfahrene Wintersportler, Skilehrer und Bergführer zeigen sich dagegen überaus risikobereit. Sogar Personen, die schon von einer Lawine verschüttet wurden, schätzten sich als risikofreudig ein. Aus Sicht der Studienautoren ist daher noch viel Bewusstseinsbildung nötig.

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