Grüne sehen Handlungsbedarf bei Spitalsreform

Vor sechs Monaten wurde sie beschlossen, nun nimmt die Spitalsreform langsam Fahrt auf. Handlungsbedarf sieht die Grüne Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz noch bei der medizinischen Betreuung in den Alten- und Pflegeheimen.

Über 4.000 Patienten sind 2009 aus einem Alten- und Pflegeheim in ein Krankenhaus eingeliefert worden, rechnet Pflegexpertin Monika Wild vor. Zuviel, sagt sie, mit Blick auf eine Studie aus der Steiermark. Wild ist Mitglied der Expertenkommission des Landes zur Spitalsreform.

Die Krankenhausaufenthalte wären medizinisch nicht nötig gewesen und hätten vielleicht auch im Heim behandelt werden können. Um das zu erreichen könnte die medizinische Betreuung in den Alten und Pflegeheimen ein Ansatzpunkt sein, glaubt die Grüne Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz. Jetzt ist es oft so, dass der jeweilige Hausarzt auch nach dem Umzug der älteren Person ins Heim die Betreuung übernimmt.

Mangelnde Abstimmung

Eine Abstimmung der Betreuung im Heim fehle und verursache Kosten. Schwarz beklagt vor allem, dass man „auf sehr große Barrieren innerhalb der Sozialabteilung stoße“, wenn es darum geht, einen ärztlichen Koordinator innerhalb der Alten- und Pflegeheime zu installieren. Auch bei Beibehaltung der freien Arztwahl könnte damit eine Abstimmung in der medizinischen Versorgung der Heimbewohner erreicht werden. Dass eine ärztliche Koordination eingerichtet werden soll, sei auch als Vorschlag bei der Spitalsreform festgehalten worden, ergänzt Schwarz.

Im angesprochenen Sozialressort von Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (SPÖ) ist man verwundert über die Kritik der Grünen. Es gebe bereits in zwei Bezirken Pilotversuche der ärztlichen Koordination. Deren Auswertung wolle man abwarten, auch ob es wirklich Kosteneinsparungen bringt. Gerade für Bewohner von Altenheimen sei es aber auch wichtig, dass sie dort weiter ihren gewohnten Hausarzt haben.