Streit um Ausbau der Westbahnstrecke in Leonding
Die Wogen gehen bei den Anrainern im Süden Leondings - in der Nähe des Grüngürtels bei der Grundbachsenke und dem Harterfeld - hoch. Sie haben Anfang Dezember aus den Medien erfahren, dass sich die Stadt Leonding gemeinsam mit einer überparteilichen Plattform namens „Impulse Schiene Leonding“ an die ÖBB gewandt hatte, mit dem Auftrag, sowohl Machbarkeit und Kosten einer teilweisen Untertunnelung der derzeit geplanten Ausbautrasse zu berechnen, als auch eine Alternativ-Variante im Süden der Stadt durch den Grüngürtel erneut zu prüfen.
Vorwurf: „Kehrtwendung um 180 Grad“
Das stößt einigen Anrainern sauer auf. „Die Gemeinde Leonding hat in einer Kehrtwendung um 180 Grad plötzlich eine Position vertreten, die das Gegenteil dessen war, was sie gegenüber den ÖBB noch im Jahr 2005 vertreten hat“, sagt der Sprecher der jetzt neu gegründeten zweiten Bürger-Plattform „schön.hier.zu.wohnen“. Hermann Lehner.
Denn damals hatte auch die Stadt eine Trassenführung durch den Grüngürtel noch vehement abgelehnt. Der Sprecher der Plattform „Impulse Schiene Leonding“, Oliver Plöckinger, sieht hier keinen Widerspruch, denn schließlich habe man bei den ÖBB auch bei der Süd-Variante um die Berechnung einer Tunnel-Lösung gebeten.
Angeblich gezielte Desinformation
Die zweite Bürgerinitiative spricht allerdings von gezielter Desinformation und Stimmungsmache gegen den Ausbau an der bestehenden Bahntrasse. Dafür würde die Stadt in Aussendungen mit unrealistischen Sprachbildern wie „acht Meter hohen Lärmschutzwänden“ oder einer Art „chinesischer Mauer durch Leonding“ drohen. „Dass man uns nichts sagen kann, dass man uns keine Auskunft geben wollte, wo möglicherweise diese Entscheidungen schon alle gefallen sind, das hat uns misstrauisch gemacht. Wir haben Grund zur Annahme, dass da das Interesse einer kleinen Lobbying-Gruppe vertreten wird und nicht die Interessen des Bürgers“, befürchtet Lehner.
Diese Vorwürfe weist die Plattform „Impulse Schiene Leonding“ zurück. Sprecher Plöckinger verweist hingegen darauf, dass er keine Informationen weitergeben könne, die er auch nicht habe. Denn die von den ÖBB angeforderten zusätzlichen Daten sollen erst im März oder April zur Verfügung stehen. Inzwischen allerdings verhärten sich die Fronten. So hat etwa die neue Bürgerinitiative bereits 600 Protest-Unterschriften gesammelt.
- Debatte um Westbahn-Strecke in Leonding (ooe.ORF.at; 30.11.2011)
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Publiziert am 24.01.2012

