Erlebnis Österreich: „Vielfalt und Tradition – Die Bioregion Mühlviertel"

In keiner anderen Region Österreichs ist der Anteil der Biobetriebe so hoch wie im Mühlviertel. Die Dokumentation „Vielfalt und Tradition – Die Bioregion Mühlviertel“ aus dem ORF OÖ besucht einige dieser innovativen Biobetriebe und erzählt von den Menschen, ihrer Philosophie, ihren besonderen Produkten und ihren Ideen.

Sendungshinweis

Erlebnis Österreich, 4.3. 16.30 Uhr in ORF 2

Im Mühlviertel ist der Boden karg, der Sommer kurz und die Ernte daher besonders kostbar. Wer hier mit seinen Produkten erfolgreich sein will, muss höchste Qualität bieten, muss sich von der Masse und den großen Märkten abheben und mit neuen Ideen ganz besondere Produkte anbieten.

Erlebnis Österreich Bioregion Mühlviertel
Gernot Ecker
Das Mühlviertel gehört zwar landschaftlich zu den schönsten Regionen Österreichs, der Boden aber ist karg und die Ernte daher besonders kostbar.

Mühlviertler Biohopfen mit einzigartigem Aroma

Die Rundreise durch die Bioregion Mühlviertel beginnt im Hochsommer, wenn rund um die älteste Brauerei Österreichs in Hofstetten die Braugerste gedroschen wird. Seit 1229 dreht sich hier alles ums Bier. Seit fünf Generationen braut hier die Familie Krammer und verlässt dabei gerne ausgetretene Pfade. Vielfalt, Handwerk und Tradition lautet die Philosophie in der gesamten Bioregion, so auch in Hofstetten. Darum heizt man für besondere Biere auch gerne einmal im alten Sudhaus ein und braut unter anderem ein Granitbier. Der Biohopfen dazu kommt aus dem Nachbarort, wo Albert und Julia Starlinger aus Auberg im Oberen Mühlviertel vor einigen Jahren von Milchwirtschaft auf Hopfenanbau umgestellt haben. Der Mühlviertler Biohopfen ist vor allem wegen seines einzigartigen Aromas auf der ganzen Welt begehrt und für die Bierbrauer eine absolute Besonderheit.

Erlebnis Österreich Bioregion Mühlviertel
Gernot Ecker
Produkte veredeln, weiterentwickeln und so Arbeitsplätze in der Region schaffen – das ist eines der großen Ziele der Bioregion Mühlviertel.

Bio-Whisky und Pechölbrennen

In Kaltenberg, hoch oben an der Grenze zum Waldviertel, hat es die Familie Thauerböck mit ihren Produkten geschafft, ihren Hof wieder im Vollerwerb zu führen. Seit kurzem baut man hier wieder eine uralte regionale Getreidesorte an und brennt daraus Mühlviertler Bio-Whisky. Und auch die alte Tradition des Pechölbrennens hat man wieder aufleben lassen. Auf riesigen Granitblöcken werden Meiler aus harzreichem Holz aufgebaut und angezündet. Wenn sich das Harz durch die Hitze verflüssigt, rinnt es als Pech vom Stein. Ein altes Hausmittel gegen Wunden, Gicht oder in kleinen Mengen eingenommen sogar zur Raucherentwöhnung.

Kräuter sichern über 100 Familieneinkommen

Durch Mut, Ideenreichtum und Qualität haben es auch Franz und Robert Flögel aus Waldburg geschafft, trotz sinkender Einkommen in der Landwirtschaft ihren Hof weiterführen zu können. Franz war einer von fünf Bauern, die vor 30 Jahren das Wagnis eingegangen sind, auf Kräuteranbau umzusteigen – damals ein absolutes Nischenprodukt. Heute bauen die Flögels auf ihren zweieinhalb Hektar statt Getreide verschiedene Minzsorten und Schafgarbe an und beliefern damit die Bergkräutergenossenschaft im Nachbarort Hirschbach. Dort verarbeitet man im Jahr 240 Tonnen Kräuter und sichert damit über 100 Familieneinkommen.

Erlebnis Österreich Bioregion Mühlviertel
Gernot Ecker
Kräuter gelten in der Landwirtschaft noch immer als absolutes Nischenprodukt. Die Bioregion Mühlviertel beweist aber, dass Höfe mit dem Kräuteranbau durchaus wirtschaftlich erfolgreich geführt werden können – wie etwa die Familie Flögel in Waldburg.

Aus frischem Holz wird „neues“ Altholz

Weiter geht die Reise durch die Bioregion Mühlviertel zu Rudi Ortner nach Tragwein. Er betreibt ein Sägewerk, ein traditionelles Familienunternehmen. Um sich vom harten Preiskampf auf dem Holzmarkt dennoch abheben zu können, hat er in jahrelanger Forschung ein ganz besonderes Verfahren entwickelt. Er schafft es, ganz ohne Chemie, nur mit Wasser und Wärme, aus frischem Holz Altholz herzustellen. Dieses „neue“ Altholz kann im Gegensatz zu herkömmlichem auch zum Bauen verwendet werden, denn es ist statisch berechenbar und zertifiziert. Das sogenannte „Retrotimber“ aus der Bioregion Mühlviertel wird inzwischen in halb Europa verkauft - für Hotels, Dachstühle oder für Chaletdörfer in Österreich und der Schweiz.

Ein Ex-Top-Manager als Nussbauer

Klaus Schmied - früher Top-Manager in der Brillenindustrie, hat sich am Rande von Linz einen alten Bauernhof samt einem einzigartigen riesigen Nusswald gekauft. Er will gemeinsam mit dem Biomüller Norbert Nestelberger Mühlviertler Bionüsse wieder in den Handel bringen – als klassische Backzutaten, für Müslis oder als kaltgepresstes Bio-Nussöl.

Kulinarisches am Köglerhof

Und zum Schluss führt uns die Reise durch die Bioregion auf den Köglerhof in Gramastetten. Dort zeigt Elisabeth Bauernfeind, welche kulinarischen Köstlichkeiten man aus diesen Bionüssen kochen kann. Im Nachbarort hilft ihr Mann Klaus inzwischen bei der Apfelernte, denn er hat vor einigen Jahren eine Initiative ins Leben gerufen, alte Streuobstwiesen wieder zu bewirtschaften. Aus den Äpfeln und Birnen presst man auf drei verschiedenen Höfen der Bioregion Mühlviertel jetzt wieder Natursäfte und veredelt sie zu Fruchtsäften, Essig, prämierten Mosten und Cyder.

Erlebnis Österreich Bioregion Mühlviertel
Gernot Ecker
Statt alte Streuobstwiesen verschwinden zu lassen, kauft man den Bauern in der Bioregion das Mostobst seit einigen Jahren ab und macht daraus hochwertige Moste, Cyder, Säfte und Essige. So wird die Artenvielfalt erhalten.

Walnusssoufflé

Zutaten für fünf Personen
70g Butter
70g Zucker
4 Eidotter
4 Eiklar
70g geriebene Walnüsse
60g Semmelbrösel
Geriebene Zitronenschale, VZ, Salz
Butter und Kristallzucker für die Förmchen

Zubereitung
Butter mit Zucker und Eidotter schaumig rühren,
Eiklar mit etwas Vanillezucker, geriebener Zitronenschale und einer Prise Salz steif schlagen.
Dottermasse mit Eischnee, Walnüssen und Semmelbrösel vermischen.
Ofenfeste Förmchen mit Butter schmieren und mit Kristallzucken ausstreuen.
Die fertige Masse in die vorbereiteten Formen füllen und entweder im Dampfgarer ca. 45 min garen, oder im Wasserbad zugedeckt leicht wallend ca. 45 min ziehen lassen.

Souffle warm mit Honig, gehackten Walnüssen und karamellisierten Birnen servieren.

„Vielfalt und Tradition – Die Bioregion Mühlviertel“ - „ERLEBNIS ÖSTERREICH“ am Sonntag, 4. März um 16.30 Uhr in ORF 2.

Eine Produktion des ORF Landesstudio Oberösterreich.

Gestaltung: Gernot Ecker
Kamera und Schnitt: Alexander Limberger
Licht und Ton: Dominik Kostolnik

Fotos (honorarfrei): Gernot Ecker

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