OÖ Zeitgeschichte - Das Jahr 1938

Der Programmschwerpunkt 1938 wird am Sendeplatz von „Lust aufs Leben“ radiomäßig in drei Teilen wahrgenommen: 4., 11. und 18. März 2018, Beginn jeweils 21.03 Uhr. Gestaltung, Idee und Konzeption von Michael Huemer.

Der erste Teil der Trilogie beschäftigt sich mit der Situation des Rundfunks 1938. Schon seit Mitte 1933 liegt Österreich unter dem Trommelfeuer nationalsozialistischer Propagandasendungen des Senders München, der in den meisten Teil Österreichs gehört werden kann. Die RAVAG hatte noch in den Abendstunden des 11. März 1938 das berühmte „Gott schütze Österreich“ des Bundeskanzlers Kurt Schuschnigg ausgestrahlt. Am nächsten Tag wird das Programm bereits mit der Ansage „Hier ist der Deutsch-Österreichische Rundfunk“ gestartet.

Altes Radio
pixabay/Gellinger

Herbert Ziebland löst Alfred Klimesch als Sendeleiter und Programmverantwortlichen des Senders Linz am Freinberg ab, sie kommen in der Sendung auch zu Wort. Die am politischen Horizont aufziehenden dunklen Wolken ließen die Lage angespannt erscheinen, daher war musikalische Ablenkung willkommen. Für diese sorgten die zu dieser Zeit sehr kreativen deutschen Komponisten und Autoren, die zahlreichen Tanzorchester und nicht zuletzt die Schauspielerinnen und Schauspieler der beliebten UFA-Filme, welche die Schlager landesweit auch in Österreich populär machten. Topstars wie Zarah Leander, Rosita Serrano, Heinz Rühmann, Hans Albers, Marika Rökk und Gustav Gründgens zählten zu den Gassenhauern des Jahres im österreichischen Radioprogramm.

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Teil 2: „Als Oberösterreich zum Reichsgau ‚Oberdonau‘ wurde“

Die Unabhängigkeit Österreichs war den Nationalsozialisten in Deutschland ein Dorn im Auge. Im Februar 1938 zitierte daher Adolf Hitler den österreichischen Kanzler Kurt Schuschnigg nach Berchtesgaden auf den Obersalzberg. Der in die Enge getriebene Bundeskanzler versuchte die Souveränität Österreichs zu retten, indem er am 9. März 1938 eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Landes ankündigte. Sie war ein letzter Versuch der Generalmobilmachung des Patriotismus, um sich aus dem politischen Klammergriff Hitlers und der Nationalsozialisten zu befreien. Mit dieser Ankündigung überraschte Schuschnigg Hitler, der am 11. März den Einmarsch befahl.

Brückenkopf Linz mit der alten Brücke und Blick auf den Hauptplatz, 1938
Richard Diller
So sah der Linzer Brückenkopf 1938 aus

Am 12. März überschritten Truppen der deutschen Wehrmacht die oberösterreichische Grenze. Gegen 16 Uhr trifft Hitler in Braunau ein, bereits am Abend stand er auf dem Balkon des Linzer Rathauses, von jubelnden Menschenmassen begrüßt. Auf dem Weg von Braunau passiert der Konvoi Altheim, Ried, Haag am Hausruck und Wels. Augen- und Ohrenzeugen aus diesen Orten schildern ihre Eindrücke von den damaligen Ereignissen.

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Teil 3: „Samstag, 12. März 1938, Linzer Hauptplatz“

Der dritte Teil spielt sich ausschließlich am Nachmittag des 12. März 1938 auf dem Linzer Hauptplatz ab, der damals noch Franz-Josef-Platz hieß. Es warteten bereits zehntausende Linzerinnen und Linzer auf die Ankunft von Adolf Hitler. Auch die neue Regierung war angetreten, um ihn zu empfangen. Um das stundenlange Warten zu verkürzen, berichtet und moderiert Anton Fellner, Mitglied der NSDAP und der SS, vom Balkon des Linzer Rathauses.

Linz am 12. März 1938
Archiv Linz/Stadtkommunikation
Linz am 12. März 1938

Aggressive Reden von Bundeskanzler Arthur Seyß-Inquart, von SS- und Polizeichef Heinrich Himmler heizen die Stimmung an, Zeitzeugen wie Alfred Maleta, der bereits im Keller des Rathauses inhaftiert war, Nikolaus Negrelli und Ignaz Hemmetmaier kommen ebenso zu Wort. Die angespannte Lage kulminiert in einer kurzen Rede Adolf Hitlers vom Balkon des Rathauses, in der er – sichtlich ergriffen – die Verbundenheit mit seiner engeren Heimat betont. Es handelt sich bei dieser Reportage um bisher unveröffentlichtes Originalmaterial aus dem Deutschen Rundfunkarchiv.

Die Termine der Sendungen im Überblick:

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