Forellenzüchter erleben Boom in OÖ

Bei den heimischen Fischzüchtern zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Während Karpfenzüchter mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, erleben die Forellenzüchter einen regelrechten Boom.

Tausende Liter Quellwasser fließen jeden Tag durch die Aufzuchtbecken der Dietl-Teiche in Steinhaus bei Wels. Nachdem die Teichanlage acht Jahre lang verwaist war, wurde sie im Jänner von zwei jungen Fischern aus der Region gepachtet und auf Vordermann gebracht.

Dietl-Teiche
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Dietl-Teiche in Steinhaus bei Wels

60.000 Forellen und Saiblinge schwimmen bereits in den insgesamt 30 Teichen. In drei Jahren sollen es 200.000 sein, denn die Nachfrage sei riesig, so einer der beiden Fischzüchter, Andreas Ziegelbäck: „Die Leute wollen einfach einen österreichischen Fisch, sprich österreichische Qualität und nicht einen Fisch, der irgendwo, vielleicht x-mal verpackt und dann verschifft wurde.“

Trend zu Forellen und Saiblingen

60 Fischzüchter gibt es in Oberösterreich. Während die Karpfenproduktion zurückgeht, wächst die Nachfrage an Forellen und vor allem an Saiblingen rasant. Sieben von zehn verkauften Fischen aus Oberösterreich gehören bereits zu diesen beiden Arten.

Forelle
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Die Nachfrage an Forellen steigt.

Hinzu kommt, dass Karpfen für Raubtiere wie den Fischotter leichte Beute sind. Der Experte für Aquakultur der Landwirtschaftskammer, Martin Mayringer, sagt: „Ein Karpfenteich von ein bis drei Hektar Größe, den kann man nicht umzäunen. Eine Forellenanlage ist hingegen kleinräumig und man kann sie mit einem Zaun schützen. Das ist in der Karpfenteichwirtschaft nicht möglich.“

Zwei Drittel der Fische werden importiert

Aufholbedarf hat die Branche vor allem bei der Produktionsmenge. Denn obwohl in Österreich mit seinen sauberen Flüssen und Seen die Voraussetzungen gegeben wären, werden zwei Drittel der hier verspeisten Süßwasserfische importiert.

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