Gründerfigur Johann Nepomuk Hauser

Der Hauserhof in Linz als Sitz des Amtes der Landesregierung ist vielen ein Begriff. Seinen Namensgeber, LH Johann Nepomuk Hauser hingegen kennen nur mehr wenige. Landtagspräsidium und Parteienvertreter würdigten in Wilhering diese Gründerfigur.

Johann Hauser war nicht nur ein Mann der ersten Stunde 1918, er war auch der einzige Landeshauptmann in der neuen Republik, der schon in der Monarchie in seinem Amt war. Vor allem war Johann Nepomuk Hauser ein überzeugter Demokrat. Es hatte 1918 Kaiser Karl zum Rücktritt geraten, was ihn bei Monarchisten unbeliebt machte, auch bei seinem damaligen Bischof. Denn Hauser war, wie manche damals, Priester und Politiker.

Gedenken in Wilhering: LH Johann Nepomuk Hauser
Archiv der Stadt Linz
LH Johann Nepomuk Hauser

„Ein guter Pazifist“

Er war vor allem eine große Persönlichkeit, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) beim Gedenken in Wilhering. Schon bevor der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist, sei er einer gewesen, „der immer zum Lager derer gehört hat, die sich eher um den Frieden bemüht haben und die man zweifelsohne als guten Pazifisten bezeichnen kann“. Als erfolgreicher Krisenmanager bewies sich Hauser nach 1918, als es an allem fehlte, als es zu Hungerdemonstrationen in Steyr und Linz kam.

Gedenken in Wilhering: LH Johann Nepomuk Hauser
ORF
v.l.: LH Thomas Stelzer, Landtagspräsident Viktor Sigl

„Der Grundsteinleger“

Ihm gelang es eine stabile Landesregierung unter Einbindung aller Kräfte zu bilden würdigte Landtagspräsident Viktor Sigl (ÖVP): „Landeshauptmann Johann Nepomuk Hauser, der deutschnationale zweite Präsident Dr. Franz Dinghofer und der sozialdemokratische Landeshauptmannstellvertreter Josef Gruber waren Vertreter dieser sprichwörtlichen Konsenspolitik, die sie sowohl auf der Bundes- als auch auf der Landesebene zielstrebigst verfolgten“. Hauser sei damit einer der Grundsteinleger, „wenn nicht überhaupt der Grundsteinleger“, für das bekannte oberösterreichische Klima.

Gedenken an LH Johann Nepomuk Hauser

ORF-Chefredakteur Johannes Jetschgo war für Oberösterreich heute bei dem festlichen Gedenken in Wilhering.

Hauser war ein starker Vertreter der neuen Bundesländer, er war Mitgründer der Republik und Ehrenbürger von 150 oö. Gemeinden. Vor allem aber spürte er, woher Gefahr drohte: er wandte sich entschieden gegen die bewaffneten Verbände wie Heimwehr und Schutzbund, mit denen sich die verschiedenen Lager rüsteten. Er war - ganz gegen den Zeitgeist - gegen die Militarisierung der Gesellschaft. 1927 starb Hauser - die Politik in Österreich begann sich zu radikalisieren.

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