AK: Schlechte Chefs können krank machen

Unter anderem schlechtes Führungsverhalten von Vorgesetzten könne zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz führen. Darauf macht die Arbeiterkammer Oberösterreich aufmerksam und schlägt Gegenmaßnahmen vor.

Die Krankenstandstage aufgrund psychischer Erkrankungen haben sich in Oberösterreich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt - von rund 340.000 Krankenstandstagen 2007 auf knapp 740.000 im Jahr 2016. Unter anderem spiele das Führungsverhalten von Vorgesetzten eine erhebliche Rolle, im Blick auf die Gesundheit von Beschäftigten, so AK-Oberösterreich Vizepräsidentin Elfriede Schober: „Die Daten des Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich zeigen uns ganz klar, wer mit seinem Chef unzufrieden ist, wird öfter und länger krank.“

Mann am Schreibtisch mit vielen Ordnern
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Ursachen für psychische Belastungen

Entscheidend seien oft scheinbar kleine Dinge, die zu psychischen Belastungen führen, sagt der Psychiater und Buchautor Reinhard Haller und nennt Beispiele: „Der schlechte Stress, die vielen Kränkungen, die es gibt, oder Mobbing, als eine Form des organisierten Kränkens.“

Notwendig: Bildung der Führungskräfte

Vor allem gehe es immer wieder um mangelnde Anerkennung, um mangelndes Lob und viele Auseinandersetzungen in diesem Zusammenhang mit den Führungspersönlichkeiten, so der Experte. Reinhard Haller plädiert deshalb für spezielle Schulungen oder Seminare für Führungskräfte: „Es müsste hier vor allem darum gehen, dass die Menschen lernen, sensibel zu sein, die Mitarbeiter ganzheitlich wahrzunehmen, um auch zu bemerken, wenn jemand einen Leistungsknick hat, unkonzentriert ist oder depressiv.“

Mehr Lob bringt psychische Gesundheit

Der einfachste Weg zu psychischer Gesundheit und zugleich mehr Leistungsfähigkeit wäre ehrliches Lob und eine entsprechende Wertschätzung der Mitarbeiter, so der Psychiater Reinhard Haller.

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