Kritik an Verteuerung von Krebsbehandlung

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (GKK) kritisiert die Preisexplosion bei Krebsmedikamenten. Innerhalb von nur drei Jahren haben sich die Kosten für Krebsbehandlungen in Oberösterreich fast verdoppelt.

Durchschnittlich 15 Millionen Euro pro Jahr hat die GKK zwischen 2010 und 2014 für Krebsmedikamente ausgegeben. Im vergangenen Jahr seien es nach ersten Schätzungen jedoch rund 27 Millionen Euro gewesen, so Gebietskrankenkassen-Obmann Albert Maringer. Und die Tendenz sei stark steigend.

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„Therapie für jeden“

Maringer betont jedoch, dass man eine soziale Krankenversicherung sei. Im Ernstfall öffne man für jeden einzelnen Versicherten das Tor zu einer hochwirksamen Krebstherapie.

Doch bei diesen steigenden Preisen gerate man stark unter Druck. Nach Ansicht der Gebietskrankenkasse überspanne die Pharmaindustrie bei ihrer Preisgestaltung den Bogen. Der Rahmen für ein solidarisches Gesundheitssystem drohe zu brechen, kritisiert Kassendirektorin Andrea Wesenauer.

„Keine fairen Preise“

Schwerkranke Menschen wären wohl bereit, jede erdenkliche Summe für ein wirksames Präparat zu bezahlen, ergänzt Albert Maringer. Hier bringe die einfache Logik von Angebot und Nachfrage keine fairen Preise. Krebs ist nach wie vor die häufigste Todesursache im Alter zwischen 40 und 69.

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