Neue Betrugsversuche am Telefon

Erst vor wenigen Tagen ist der Kopf der sogenannten Neffentrick-Bande in Deutschland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nun scheint eine Bande mit einer neuen Masche aktiv geworden zu sein.

Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat bereits einen Namen für die Telefonbetrüger: Türkische Callcenter Mafia. Zuletzt seien wegen Anrufen vermehrt Anzeigen eingelangt, unter anderem von einer 80-jährigen Pensionistin aus Wels.

Gespräch über Geld und Sparbücher

Die Frau wurde von einem Mann angerufen, der sich als Mitglied einer geheimen Polizeiabteilung vorstellte. Er verwickelte die 80-Jährige in ein Gespräch, sprach zuerst über Themen wie offenen Grenzen und Einbrecher und begann dann, die Frau nach ihrem Vermögen auszufragen. Das machte er so geschickt, dass sein Opfer Auskunft über Bargeldbestände und über Sparbücher gab.

Schließlich kam der 80-Jährigen der Anrufer aber verdächtig vor, vor allem wegen seiner hochdeutschen Sprache. Als sie nachfragte, beendete der Mann das Gespräch.

Paket in die Türkei

Dieser Fall ist laut Ermittlern typisch für die Callcenter Mafia. Angebliche Polizisten behaupten am Telefon, dass Kriminelle es auf das Vermögen der Angerufenen abgesehen hätten. Deshalb sollten diese zunächst ihr Bargeld abheben und Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen - und dann das Geld entweder per Überweisung oder in einem Postpaket in die Türkei übermitteln. Über all das müssten die Angerufenen aber Stillschweigen bewahren, betonen die falschen Polizisten.

Technischer Trick

Ihren Anrufen verleihen sie durch einen technischen Trick einen offiziellen Charakter, denn als Telefonnummer senden die Anrufer nämlich den Notruf 133 mit. Die Polizei rät, sich auf kein Gespräch einzulassen und rasch aufzulegen. Generell sollte man nie am Telefon über finanzielle Verhältnisse Auskunft geben und im Zweifelsfall die nächste Polizeiinspektion aufsuchen.

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