Linzer Gasthaus „Klosterhof“ ist insolvent

Der Betreiber des Traditionsrestaurants „Klosterhof“ an der Landstraße in Linz ist pleite. Für die Firma E.J. Dobersberger Restaurations- und Gastronomie GesmbH ist am Mittwoch im Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren eröffnet worden.

Über die Insolvenz des Linzer Traditionsbetriebs informierten am Donnerstag die Gläubigervertretungen Creditreform, der Kreditschutznehmerverband KSV 1870 und der Alpenländische Kreditorenverband AKV.

Linzer Institution

Der Klosterhof ist seit 1929 eine Linzer Institution im Herzen der Stadt. Der angeschlossene Gastgarten ist der größte in Oberösterreich und bietet Platz für fast 1.400 Personen. Die Immobilie ist von der E.J. Dobersberger Restaurations- und Gastronomie GesmbH gemietet. Sie gibt als Insolvenzursachen die sich verschärfenden allgemeinen (gesetzlichen) Rahmenbedingungen an, die höhere Aufwände in der Gastronomie verursachen.

Klosterhof
ORF
Der Klosterhof an der Landstraße

Keine Löhne für November

Weitere Gründe seien Personalfluktuation, ein schwieriges Marktumfeld und Umsatzeinbußen infolge von schlechten Witterungsverhältnissen. Durch die Begleichung von Rückständen bei Abgabengläubigern sei die Liquidität dermaßen aufgebraucht worden, dass zuletzt die Löhne und Gehälter für den November samt Weihnachtsremunerationen nicht mehr bezahlt werden konnten. Die Aktiva betragen etwa 43.000 Euro, ihnen stehen Passiva von rund 1,1 Mio. Euro gegenüber. Von der Insolvenz sind 45 Dienstnehmer und über 26 Gläubiger betroffen.

Unternehmen soll weitergeführt werden

Das 1992 gegründete Unternehmen soll fortgeführt werden. Für das kommende Weihnachtsgeschäft liegen zahlreiche Reservierungen vor. Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent zahlbar binnen 24 Monaten geboten. Zum Insolvenzverwalter wurde der Linzer Rechtsanwalt Thomas Kurz bestellt.

Aktuell „sehr gute“ Auftragslage

Im Blick auf eine mögliche Fortführung des Traditionsbetriebs zeigte sich Anwalt Kurz am Freitag nach einer ersten Analyse der Zahlen, wie er sagt „positiv eingestellt“, denn die Auftragslage sei sehr gut: „Es gibt viele Reservierungen für Weihnachtsfeiern, es gibt auch eine Weihnachtsmusikveranstaltung. Also der derzeitige Eindruck auf Basis einer ersten Recherche ist positiv.“

Auf die Frage, wie es mit dem Unternehmen nun weitergehen werde, meint Kurz außerdem: „Das Unternehmen hat sehr gute Voraussetzungen, es ist sehr gut aufgestellt, vor allem mit einem internationalen Spitzenkoch, der traditionell bürgerliche Küche mit Pfiff anbietet. Wir hoffen, dass die Kunden treu bleiben.“

Mitbewerber bedauern Insolvenz

Andere Linzer Gastronomen, wie etwa Günter Hager vom „Josef“ bedauern, dass es so weit gekommen ist: „Ich weiß, dass er zum Beispiel neue Registrierkassen bekommen hat, die haben mehr als 60.000 Euro gekostet, das ist ein Drittel des jährlichen Gewinns.“

Die „hunderten neuen Auflagen“ pro Jahr würden beständig etwas wegnehmen: „Wenn du da nicht gut bei Kasse bist, stolperst du und fallst hin. Was schlimm ist, dass das ganze Volk drüber lacht.“ Die Leute wüßten alles besser, die Foren seien voll, „und das tut natürlich doppelt weh“, so Günter Hager.

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