Angst um Kinderbetreuung - Mutter wehrt sich

„Herr Landeshauptmann, ich werde mein Kind bei Ihnen abgeben - mangels Alternative“, mit diesen Worten hat eine Mutter aus dem Mühlviertel in der Debatte um Gebühren für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten eine ungewöhnliche Initiative ergriffen.

Die Angst um ihre berufliche Zukunft und auch die familiäre Finanzlage hat Christiane Seufferlein aus Julbach (Bezirk Rohrbach) zu diesem Schritt an die Öffentlichkeit bewogen. An drei Tagen in der Woche fährt sie nach Linz zur Arbeit, weil sie für ihre dreijährige Tochter eine Nachmittagsbetreuung im Kindergarten hat. Durch die geplante Einführung der Gebühren droht diese aber nun wegzufallen. Zehn Kinder sind für eine Gruppe notwendig, mit den Gebühren werden aber andere Eltern ihre Kinder abmelden.

Kritik: „Kaum Übergangsfristen“

Christiane Seufferlein stellt gegenüber dem ORF Oberösterreich klar: „Meine Hauptwut richtet sich nicht gegen 50 oder 100 Euro, die man eventuell für eine Kinderbetreuung bezahlen müsste, sondern ich möchte eine Kinderbetreuung, auf die ich mich verlassen kann. Ich bin wütend, dass man das mitten im Jahr und ohne große Übergangsfristen den Müttern und Vätern überstülpt. Was machen Alleinerziehende, die einen Job haben und denen jetzt plötzlich der Kindergarten wegfällt?“ Denn so manche Betreuungsgruppe werde wegfallen, weil sich die Betroffenen die Gebühren nicht leisten können oder wollen, befürchtet Seufferlein.

„Viel Unterstützung im Internet“

Dies seien Ängste und Sorgen, die in einem sozialen Netzwerk von vielen Eltern unterstützt werden. Im Internet folgten bereits viele positive Reaktionen auf ihre Ankündigung: „Wenn ich für mein Kind ab 1.1. wirklich keinerlei Betreuung mehr habe, kann ich es mir nicht mitnehmen ins Büro - und dann überlege ich mir schon einmal, beim Herrn Stelzer anzuklopfen und zu fragen, wenn er mir meine Betreuung aufgrund dieser ganzen rechtlichen Rahmenbedingungen wegnimmt, ob er nicht vielleicht ein Plätzchen hat für meine Tochter samt ausgebildeter Kindergartenpädagogin, weil er ist ja Landesvater.“

Stelzer: Gebühren zur Finanzierbarkeit

Der Landeshauptmann reagierte bereits auf diese - wie er schreibt - wohl nicht so ernst gemeintes Angebot. Das Schreiben, in dem er sich für die Mühe der Mutter bedankt, liegt dem ORF Oberösterreich vor. Thomas Stelzer (ÖVP) verweist darin auf die Notwendigkeit der Gebühren für eine langfristige Finanzierbarkeit des Kinderbetreuungssystems, das auch sozial gestaffelt werden soll. Was die konkreten Sorgen der Frau betreffe, verwies er die Mühlviertlerin an die zuständige Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) - die war aufgrund eines Termins für ein Interview bis Mittwochabend allerdings nicht erreichbar.

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