Kepler-Uni verbessert Autoradars

Elektronische Fahrassistenten übernehmen immer öfter das Steuer im Auto und verbessern die Sicherheit. Voraussetzung dafür ist ein Radarsystem, das eine Linzer Firma mitentwickelt hat und das von der Kepler-Uni verbessert werden konnte.

Die automatische Distanzregelung, die den Abstand zum vorderen Fahrzeug immer konstant hält oder ein Notbremssystem, das bei Fußgängern oder Hindernissen auf der Fahrbahn eine Vollbremsung einleitet: Die dafür notwendigen Radarsensoren, die die Umgebung abtasten, waren bis jetzt immer vorne am Fahrzeug integriert. Die Autoindustrie will die Radargeräte aber jetzt aus optischen Gründen hinter der Karosserie verbauen.

Oft starke Reflexionen in Stoßstangen

Dies sei eine technische Herausforderung, so Rainer Stuhlberger von der Firma Infineon, die elektronische Bauteile für die Autoradaranlagen herstellt: „Wir haben bei diesen Stoßstangen, die meistens mit Metalliclacken überzogen sind, sehr starke Reflexionen. Dies bedeutet, dass man mehr oder weniger beim Empfänger ‚blind‘ wird, das heißt man sieht praktisch diese Ziele im Signal nicht mehr.“

Stoßstange Forschung Autoradar
ORF

Stoßstange wird durch Radar „unsichtbar“

Der Chiphersteller Infineon hat sich deshalb an das Institut für Signalforschung der Johannes Kepler Universität gewandt, um das Radar zu verbessern. Alexander Melzer vom Institut für Signalforschung: „Wir haben jetzt ein neues Konzept entwickelt, mit dem wir diese Stoßstangenreflexionen vollkommen unterdrücken können. Für das Radar ist diese Stoßstange praktisch unsichtbar. Wenn man annimmt, dass ein Fußgänger oder ein Reh in 20 Meter Entfernung über die Straße geht, dann würde ich das mit diesem neuen Konzept durch die Unterdrückung von diesen Signalreflexionen bereits fünf Meter vorher sehen.“

Chip bereits zum Patent angemeldet

Ein Testchip wird jetzt von Infineon produziert und ist bereits als Patent angemeldet. Dann wird sich zeigen, ob die Entwicklung aus Linz auch den Weltmarkt erobert.

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