Konflikt um Lenzing-Kündigungen

Der geplante Personalabbau bei der Lenzing AG führt nun zu einem Konflikt zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Der Betriebsrat spricht in einem offenen Brief von einem „menschenverachtenden Wahnsinn“.

Montagvormittag wandte sich der Betriebsrat der Lenzing AG in einem offenen Brief an den Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens. Darin heißt es: „Wir sind davon überzeugt, dass dieser menschenverachtende Wahnsinn das Ende von Lenzing bedeuten kann.“ Als Wahnsinn betrachtet die Belegschaftsvertretung den angekündigten Abbau von bis zu 700 Mitarbeitern, Stammpersonal und Leasingkräfte, am Stammsitz in Lenzing. Dazu kommen noch einmal 200 Arbeitsplätze weltweit.

„Chaotische“ Arbeit einer Beraterfirma

Der Betriebsrat kritisiert, dass die Geschäftsführung Anfang Oktober vor 1.000 Mitarbeitern gesagt hatte, 97 Prozent der Arbeitsplätze seien sicher. Hinter dem vergangene Woche angekündigten Personalabbau ortet der Betriebsrat die „chaotische“ Arbeit einer Beraterfirma. Derartige Personaleinsparungen bei einem gleichzeitig erfolgenden Umbau der Unternehmensstruktur lassen einen Stillstand befürchten. Die Betriebsräte und Gewerkschaften fordern einen sofortigen Stopp des Sparprogramms und drohen mit Gegenmaßnahmen.

Die Lenzing AG kündigte vergangene Woche den massiven Personalabbau an, obwohl das Unternehmen mit einem Gewinn zwischen 75 und 85 Millionen Euro rechnet. Lenzing-Vorstand Peter Untersperger sieht das Unternehmen als Opfer des eigenen Erfolgs und spricht davon, dass Fett angesetzt worden sei und es daher eine Radikalkur statt einer Diät brauche. Lenzing ist unter anderem durch den weltweit niedrigen Preis für Baumwolle und daran geknüpft auch die eigenen Fasern unter Druck gekommen.

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