SPÖ gegen Hitler-Wohngebäude

Die SPÖ spricht sich gegen die Idee des Braunauer Bürgermeisters aus, das Hitler-Geburtshaus als Wohngebäude zu nutzen. Befürchtet wird, dass sich Leute aus den falschen Kreisen für eine Immobilie dieser Art interessieren könnten.

Für den SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden Harry Buchmayr würden sich zwei Fragen stellen: Wer will in so einem Hause wohnen? Und warum will jemand im Geburtshaus Hitlers wohnen? Wie der ÖVP-Bürgermeister auf so eine Idee kommen konnte, ist dem SPÖ-Politiker nicht klar. Mietwohnungen in dem historisch belasteten Gebäude einzurichten entspreche nicht der Meinung der meisten Braunauer Gemeinderatspolitiker und sei ein etwas seltsamer Zugang zur Thematik „Adolf Hitler“.

Adolf Hitler Geburtshaus
Reuters
Aus Hitlers Geburtshaus könnte ein Wohngebäude werden

Die SPÖ sprach sich in ihrer Aussendung für einen Ankauf des in Privatbesitz befindlichen Hauses durch die öffentliche Hand aus - auch um Verantwortung zu zeigen.

Symbol gegen Antisemitismus

Der SPÖ-Bezirkschef ist für ein „weltweit wahrnehmbares“ Symbol gegen Antisemitismus und Ausgrenzung und kann sich in dem Gebäude eine wissenschaftlich aufbereitete Dauerausstellung über die Zeit von 1920 bis 1938 sowie eine „Friedenszentrale“ nach Plänen des Historikers Andreas Maislinger vorstellen. Die Grünen plädieren für ein „Haus der Verantwortung“ und auch dafür, dass der Bund die Immobilie kauft.

Haus steht unter Denkmalschutz

Noch bis vor einem Jahr war in dem denkmalgeschützten Haus eine Behindertenwerkstatt untergebracht, seither steht es leer. Der Bau gehört einer Pensionistin, Hauptmieter ist das Innenministerium. Die ÖVP hatte am Donnerstag in den Medien laut über eine Wohnnutzung nachgedacht, weil es „bereits genug Gedenkstätten“ in der Umgebung gebe - mehr dazu in Hitler-Geburtshaus als Wohngebäude? (ooe.ORF.at; 20.9.2012).

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