Aufregung um neue Stromzähler

In ganz Österreich werden nach und nach alte Stromzähler durch neue ersetzt. Datenschützer und IT-Experten stehen den Smartmetern kritisch gegenüber: Hacker könnten damit Verbrauchs-Daten manipulieren. Die Linz AG spricht von Panikmache.

Der neue, intelligente Stromzähler heißt Smartmeter. Die Linz AG hat bereits ein Drittel der alten Zähler durch neue ersetzt. Auf Wunsch erhalten Kunden genaueste Informationen über den eigenen Stromverbrauch, also auch über mögliche Stromfresser im Haushalt, so der Geschäftsführer der Linz AG, Friedrich Eidenberger.

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Geschäftsführer der Linz AG, Friedrich Eidenberger

Genaue Rückschlüsse über Gewohnheiten

Unter Laborbedingungen würden sich auf Grund des Stromverbrauchs genaueste Rückschlüsse bis hin zu Fernsehgewohnheiten ziehen lassen. Mit hochpräzisen Messeinrichtungen könne man etwa errechnen, was jemand gerade sieht, so der Informatiker Alois Ferscha von der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz.

Es traut sich zwar kein Experte, einen Datenmissbrauch auszuschließen, doch in der Praxis wäre der digitale Abdruck beim Stromzähler vergleichsweise klein, verglichen mit den Spuren, die man im Internet, mit einem Smartphone oder mit Kundenkarten beim Einkauf hinterlässt.

Umfassende Information wichtig

Wichtig sei, den Kunden über neue Technologien umfassend informieren: „Wenn wir die Verbraucher im Ungewissen darüber lassen, was technisch möglich ist, erzeugen wir Unwohlsein schon damit, dass nur gemutmaßt wird. Das ist das berühmte wissenschaftliche Prinzip: Wo man es nicht mehr weiß, muss man beginnen, es zu glauben. Dann wird meistens das falsche geglaubt.“

Horrorszenarien seien jedenfalls die falsche Botschaft. Die Linz AG werde nur einmal am Tag den Verbrauch ablesen, ähnlich argumentiert man bei der Energie AG. Die Gefahr, dass etwas gehackt werde, sei gering, da man über eigene Netze übertrage.

Hilfe zum Stromsparen

Richtige Datenauswertung könnte dem Verbraucher helfen, Strom und damit Geld zu sparen. Geräte wie Waschmaschinen würden sich beispielsweise nur einschalten, wenn Energieversorger Stromüberschüsse haben. Der Verbraucher würde dafür mit niedrigeren Tarifen belohnt.

Der Stromspareffekt durch intelligente Stromzähler liegt zwischen vier und zehn Prozent. Bis zu 20 Prozent könnten es aber noch werden, wenn Technologien zum Einsatz kommen, an denen zurzeit die Wissenschaftler der JKU arbeiten.

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